Praxis für Psychotherapie Dr. Wagner, Innsbruck Dr. Ingrid Wagner Dr. Gerhard Wagner
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Die Klientenzentrierte Psychotherapie hat sich aus der Humanistischen Psychologie entwickelt. Diese setzt zur Behandlung und Beseitigung psychischer Störungen auf die Entwicklung vorhandener Potenziale. Beziehungs- und Dialogfähigkeit spielen die zentrale Rolle. Sie sind sowohl Ziel als auch Mittel der Veränderung.

 

Grundlagen

 

 

Humanistische Psychologie geht davon aus, dass jedes Verhalten für den Agierenden einen subjektiven Sinn ergibt. Scheinbar "unsinniges Verhalten", wie z.B. ja zu sagen und nein zu meinen, oder auch nein zu sagen und ja zu wünschen, hat Gründe, die es im therapeutischen Prozess zu entdecken gilt.

 

Selbstabwertung, Versagensgefühle, übermäßige Leistungsansprüche, Scham- und Schuldgefühle, Ärgergefühle, dauernde Unzufriedenheit mit sich selbst - oder auch depressive Stimmungen, die im Widerspruch zu positiven Lebensumständen stehen, können nur im ganzheitlichen Lebenszusammenhang verstanden und verändert werden.

 

Als Klientenzentrierte Therapeuten gehen wir davon aus, dass Menschen ein Entwicklungspotenzial innewohnt, das es fachgerecht zu fördern gilt.

Therapieziele und therapeutische Haltung

 

 

Die Veränderung der Lebenssituation in der Gegenwart ist das Ziel.

Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, der eigenen Lebens- und Beziehungsgeschichte ist kein primäres Therapieziel.

 

Sie findet jedoch statt, wenn gegenwärtige Probleme nur durch die Einbeziehung der eigenen Entwicklungsgeschichte verstanden werden können. Im Vordergrund steht eine Verbesserung und Erleichterung des Lebens im Hier und Jetzt.

 


Was wirkt in der Therapie?

 

 

"In meinen Beziehungen zu Menschen habe ich herausgefunden, dass es auf lange Sicht nicht hilft,
so zu tun als wäre ich jemand der ich nicht bin."
²

Dieser Satz des Gründers der Klientenzentrierten Psychotherapie, C. R. Rogers, stellt einen Anspruch an die Therapeutin und den Therapeuten dar, der als Echtheit bezeichnet wird und eine therapeutische Grundhaltung klientenzentrierter Psychotherapeutinnen und -therapeuten ist. Gleichzeitig formuliert C. R. Rogers damit den Kern jeglicher konstruktiver Selbstveränderung, nämlich zu dem Leben zu finden, das man leben will.

"Hilft es mir, darüber zu reden? Das ändert ja auch nichts an der Situation!"

Über den Sinn des Redens schreibt Carl R. Rogers: "Wenn ich mich so, wie ich bin, akzeptiere, dann ändere ich mich. Aus dem Man-selbst-sein ergeben sich echte Beziehungen. Wirkliche Beziehungen ändern sich eher, als dass sie statisch blieben." ³


²Carl R.Rogers, Entwicklung der Persönlichkeit, Klett-Cotta, Stuttgart, 1989

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